Sonntag, 22. März 2020

Zwei

Es ist Sonntag, die Sonne scheint, kurzum, ein schöner Tag. Das sind die skurrilen Momente, wenn man aus dem Fenster schaut und an Pandemie oder Tod denkt. Das ist so unwirklich, denn man hat die Schrecken dieser Welt meist in Schwarz-Weiss oder verwackelt oder unscharf vor sich. Von herrlich bunten Bäumen, wunderschönen Blüten, einem Himmel wie gemalt und in der Sonne spazierenden Menschen ist bei Katastrophen-Nachrichten fast nie die Rede. Das Verlockende scheint auch das Problem an dieser Gefahr zu sein - es ist so surreal. 
Wir waren vorhin auch draußen beim Abstandsspaziergang und ertappten uns beim Einordnen der anderen Abständler, die wir sahen. Gehören die zusammen? Viele gehörten natürlich scheinbar zusammen als Familie. Also als Familie die für Viele die normale Familie ist: Vati, Mutti, Kind oder Kinder. Familienangehörige oder Wohnpartner dürfen natürlich auch zusammen joggen, wobei mich das Gefühl beschlich, Joggerfamilien wohnen überwiegend homosexuell als Laufpärchen zusammen. Oder es gab Verstöße gegen die Beschränkungen. Auch frage ich mich, ob Radfahrer aus Dresden, die auf dem Weg zu Olympia in Tokio oder der Tour de France auf dem Elbradweg trainieren, den jeweiligen Bestimmungen des Ortes unterliegen, durch den sie gerade fahren. Darf man überhaupt seine Stadt verlassen, zum Zwecke der Bewegung? Was man ab jetzt darf, muss ich auch erstmal lesen, da die Ministerpräsis der Länder  gerade ihre Telefonkonferenz mit der Kanzlerin beendet haben, wohl mit dem Ergebnis weiterer Beschränkungen. 
Dazu gehört mit Sicherheit das Ablecken von Türgriffen oder Haltestangen, besonders in öffentlichen Verkehrsmitteln! Jedenfalls wissen wir von klaren Hinweisen an die Behördenmitarbeiter in Berlin-Neukölln. Oder anders formuliert, wenn wir nach der Krise im Großraum Berlin Menschen sehen, die exzessiv alles Abschlabbern, was Menschen in der Hand hatten, dann sind das die Leute vom Bezirksamt Neukölln, die endlich wieder dürfen... Mahlzeit!

Kommentare:

  1. Also uch warte nun jeden Tag darauf...

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    1. Gern! Ich gebe mir jedenfalls Mühe, es durchzuhalten. Ich bin auch für inhaltliche Vorschläge offen...

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