Mittwoch, 8. April 2020

9znä

Der gestrige Post hat einige von Euch ganz schön angeregt, sich zu fragen, wie ich heute wohl aussehen könnte. Ich möchte gar nicht herausfinden, wie Viele davon mit klitzekleiner Schadenfreude schon leichte Verschneider auf meinem Kopf lustig finden würden. Denen muss ich sagen: Es tut mir leid, aber meine Tochter hat erstklassige Arbeit geleistet, ich sehe absolut großartig aus und denke, ihr verpasst was! Wenn ihr mich jetzt sehen könntet... Kleiner Tipp: Jason Statham oder Brad Pitt mit kurzen Haaren... so in der Richtung. 
Übrigens war ich gerade in Altkleinzschachwitz am Pfannkuchenhaus, wo die Chefin heute Nachmittag und am Samstag (10-13 Uhr) zwar kein Kugeleis aber Familienpackungen ihres selbstgemachten Eises aus dem Fenster verkauft, was natürlich keine Werbung ist, sondern nur ein Ostertipp, wenn man gern gutes Eis isst. Jedenfalls hat da keiner erschrocken geguckt...
Ich hoffe nur, meiner Tochter hat das Haare schneiden nicht zu viel Spaß gemacht und sie will das nicht später beruflich machen. Nicht falsch verstehen, ich habe großen Respekt vor der Arbeit der Frisörinnen, aber bei der Bezahlung muss ich ihr leider abraten. Wir dürfen nicht aus dem Auge verlieren, dass meine Tochter mal meine Rente erwirtschaften soll und nicht von meiner leben! 
Witzig ist übrigens, dass heute in der Zeitung stand, was man beachten sollte, beim selbst frisieren.  Der Experte rät zum Beispiel, man solle keine stumpfe Haushalts - oder Bastelschere verwenden. Ich möchte ergänzen, auch die Plaste-Kinder-Scheren gehen total doof. Dann gibt es noch diese Schnittmuster-Scheren, so mit Zacken oder Wellen, da gilt: Wer's mag, gern.
Zudem rät der Experte, nicht gleich loszuschneiden, "denn mit Styling kann man wirklich schon viel machen". Also Locken formen, Haare zusammenbinden oder mit einem Tuch dekorativ wegstecken. Ich sag mal so... Bei mir ging der Experten-Tipp voll ins Leere... ich habe nämlich einfach kein schönes Tuch gefunden.
Apropos schwierig. Ich war heute Vormittag einkaufen, genauer gesagt, ich hatte es vor. Da wir hier in unserer Nähe zum Glück Netto, Lidl, Aldi, Hunde-Netto, Konsum und Rewe haben, und zwar auf der Fläche eines Fußballfeldes, was man ausreichende Grundversorgung nennt, war das bisher auch relativ entspannt. Aber heute standen überall Leute vor genannten Sehenswürdigkeiten und warteten darauf, einkaufen zu können. Da fiel es mir wie Schuppen aus dem Haupthaar... wir haben ein Osterwochenende vor uns. Gestern kam in allen Medien die Bitte vom Handel, doch nicht alle am Gründonnerstag oder Samstag erst einzukaufen. Aber damit hat doch keiner gesagt, geht alle am Mittwoch gegen 10 Uhr! Oder haben wir jetzt das Problem, dass die Deutschen so viel Klopapier gekauft haben, dass sie jetzt gefälligst auch so viel ka... wollen, dass sich das Hamstern gelohnt hat? 

Dienstag, 7. April 2020

8znä

Bisher kam ich relativ verlustfrei durch die Pandemie, aber das könnte sich bald ändern. Heute zum Frühstück schaute mich meine Frau nämlich auf eine gewisse unzufriedene Art an und nach so vielen Jahren Ehe kenne ich den Großteil ihrer Blicke. Dieser ging voll auf meinen Kopf und fragte: "Wie lange noch?". 
Im Prinzip wusste ich, dass dieser Blick irgendwann kommen würde, denn ich fühlte mich selbst Angelo Branduardi näher als Bruce Willis. Was soll ich denn machen? Der Frisör hat zu! 
Meine Frau guckte übrigens nicht böse. Ihr Blick sagte nur, dass es so nicht mehr lange wird bleiben können. Immer wenn Andere eine Schwäche an mir bemängeln, die ich selbst kenne, dann ist mir das doppelt unangenehm. 
Unsere Tochter hat natürlich unsere stumme Konversation mitbekommen, richtig interpretiert und rief plötzlich freudig aufgeregt: "Kann ich das machen?" Hähhh? Hatte sie gerade spontan angeboten, etwas freiwillig zu machen? 
Mein erster Gedanke war "NEIN!". 
Mein zweiter Gedanke war "...nicht sofort..." . 
Natürlich würde ich sie das machen lassen, weil sie, wie wohl die meisten Kinder, fast jeden Wunsch erfüllt bekommt, was sie aber niemals erfahren darf! 
Jedenfalls lächelte meine Frau auf eine komische Art und mir kam der Gedanke, die Beiden hatten vielleicht vorher schon mal darüber gesprochen. Ohne mich. Trotzdem oder gerade darum war mir das Ganze nicht geheuer und bevor ich mich in die Hände eines völlig unerfahrenen Teenagers begebe, muss ich wissen, ob ich mich gefahrlos zurücklehnen kann. Immerhin haben wir bereits drei Wochen Pandemie hinter uns, mit 24 Stunden Dauerpräsenz. Etwas was wir sonst gar nicht kennen, denn wenn ich zum Spätdienst im Theater arbeiten bin, sehe ich sie nur morgens zum Frühstück und das sind nicht die geselligsten Stunden des Tages - bei uns beiden nicht. 
Hatte ich in den letzten Tagen Fehler gemacht, die ich bitter bereuen würde? Mittlerweile habe ich bei vier IQ-Tests gegen sie drei Mal einen hervorragenden zweiten Platz belegt.  Würde sie mir das positiv honorieren? Auch die Formulierung "außergewöhnlich intelligent" benutze ich gelegentlich bei ihr, also wenn ich was von ihr will, und füge nur ganz leise "Inselbegabung" an. Sollte sie das gehört haben? Würde sie versuchen, mir Rastalocken zu machen oder mit Extensions arbeiten? Und, falls irgendetwas Schlimmes mit meinen Haaren passiert, wird die Ausgangsbeschränkung lange genug dauern...? Gilt meine Rechtsschutz-Versicherung auch innerhalb der Familie? Hat meine Tochter eine Haftpflicht? Ich glaube, ich muss dringend telefonieren!  

Montag, 6. April 2020

7znä

Eine neue Woche ist angebrochen und nachdem ich mir bei dem gestrigen Wetter den Tag nicht mit Nachrichten vermiesen lassen wollte, habe ich es heute Vormittag getan, also in meine Info-Portale geschaut. Und da habe ich etwas gelesen, was viele sicher nicht überrascht hat: 
"Britischer Premierminister Boris Johnson im Krankenhaus"  
Die Überraschung ist für eher, dass er wegen Covid-19 drin ist. 
Als Subtitel stand die Frage unter der Schlagzeile: 
"Wer regiert, wenn Johnson ausfällt?" 
Gegenfrage: "Wer hat regiert, als der Verrückte noch nicht im Krankenhaus war?"
Normalerweise scheue ich mich, nachzutreten oder über jemanden herzuziehen, der ein echtes Problem hat. Aber in diesem Fall ist meine Hemmschwelle etwas niedriger, weil er sich auch keine Sekunde über die moralischen Aspekte seiner Politik Gedanken gemacht hat. 
Er regierte wie er ist: Ein unartiges, großes, verwöhntes Kind! 
Ich finde, ihm Defizite nachzusagen ist noch gut gemeint, denn wenn er dieses Benehmen im vollen Vorhandensein seiner geistigen Kräfte an den Tag gelegt hätte, dann wäre ja Vorsatz im Spiel gewesen. 
Tatsächlich scheint es in der britischen Verfassung keinen Passus zu geben, für den Fall, dass der Premier ausfällt. Andererseits sagen manche, er hat im Fieberwahn weniger Unsinn erzählt, als vorher. Jetzt überlegen die, wie lange der Zustand so konserviert werden könnte. Winston Churchill erlitt 1953 einen Schlaganfall, den man zwei Monate geheim gehalten hat... 
Vielleicht wacht Boris Johnson auch auf und ist erstaunt, warum sein Land aus der EU raus soll? 
Zum Glück muss man sich um ihn keine Sorgen machen. Es ist und bleibt ein leichtes Grippevirus und Boris Johnson macht eine ganz normale Durchseuchung durch, die, wenn man das konsequent durchzieht, das Virus abschwächen wird, weshalb andere Maßnahmen als Teetrinken völlig überzogen sind. 
Eine andere Schlagzeile macht mir wirklich Sorgen: "Tiger mit Coronavirus infiziert"
 Wenn ihr also einem Tiger begegnet, der hustet und appetitlos auf euch wirkt, dann Mundschutz auf und mindestens 2 m Abstand. Nicht, dass der euch ansteckt!

Sonntag, 5. April 2020

6chznä

Heute ist Palmsonntag. Wie ich am Eintrag in meinem Kalender gesehen habe. Das ist wie der Eintrag "Frühlingsanfang", der mir ziemlich egal ist, weil ich Jahreszeiten oder das Wetter nicht nach dem Datum beurteile. Da wäre ja heute oder morgen Sommeranfang. Ist aber nicht. 
Es ist Palmsonntag. Das ist mir normalerweise nicht egal, weil ich ignorant bin, sondern weil normale Sonntage für mich in arbeitengehen oder freihaben unterteilt werden. Die Baumart spielt selten eine Rolle. Da wir als Theaterleute keinem festen Rhythmus unterliegen, fallen auch schon mal Feiertage hinten runter, das heißt, man wundert sich auf dem Weg zur Arbeit über den wenigen Strassenverkehr und wird dann von den Kollegen aufgeklärt, wo die Berufspendler sind. Früher kam ich aus Weißig über die B6, die Bautzener rein, und  Sonntagfrüh gegen sechs Uhr wackelten manchmal noch Gestalten aus dem "Parki" raus... Das war auch immer deprimierend! 
Wie gesagt, an normalen Sonntagen. Heute ist Corona-Sonntag, das steht nicht im Kalender, ist aber so, das heißt, wir sind alle zu Hause und frühstücken. Jedenfalls zwei aus der Familie. Das dritte Mitglied der Gemeinde ist eher sparsam im Verbrauch. Das wäre übrigens mal eine spannende Mathe-Text-Aufgabe: 
"Eine Familie mit drei Mitgliedern frühstückt. Einer haut rein. Eine frühstückt normal und ein Mitglied guckt, wie es hungrig ist. Nämlich gar nicht. Wie alt ist die Tochter?" Zugegeben, die Aufgabe entbehrt nicht einer gewissen Sinnlosigkeit, aber wenn ich die Aufgaben der Lehrer für diese drei Wochen nach ihrer Sinnhaftigkeit durchgehe. Da ist meine Aufgabe wieder ganz gut dabei. 
Jedenfalls fragt doch nicht etwa meine Tochter: "Was ist eigentlich  Palmsonntag?" Da steht man da, als Atheist und weiß es nicht genau. Der erste Reflex wäre "Frag' nicht so blöde!", aber das ist nicht mein Niveau! Darum gab ich eine Hilfestellung: "Kannste alles googeln! Also frag' nicht so blöde!" 
Kurz danach war klar, dass Jesus Christus an dem Tag mit seinen Jüngern in Jerusalem einzog, das Volk ihm zujubelte und Palmenzweige streute, als Zeichen der Verehrung. Und da dachte ich mir, im Prinzip wissen wir das nur, weil so ein Blogger das damals aufschrieb, damit erfolgreich war, dieser Blog unzählige Male geteilt und die Follower ständig mehr wurden, weshalb man sich darum heute noch diese Geschichte erzählt. Ein interessantes Konzept...

Samstag, 4. April 2020

5znä

Heute ist Samstag, die Sonne scheint noch etwas schüchtern, aber die nächsten Tage soll Wostra-Wetter werden. Und ich könnte wetten, die haben das Freibad zu... Düüübisch! Da hat man einmal Zeit mit der Familie. 
Mein Spaziergang heute Morgen, also gegen Zehn, führte mich am Putjatinplatz vorbei, wo seit kurzem wieder die Spargel-Bude steht. Und eine Schlange stand davor, wobei Schlangen in der Natur eher selten rumstehen. Entweder ist der Spargel, genau wie das Klopapier, knapp, oder die Schlange war so lang, wegen der vorbildlich eingehaltenen Abstände zwischen den Kunden. Natürlich wegen der Kunden und ein Lob dafür scheint hier angebracht! 
Nach vielen Tests hat sich übrigens herausgestellt, dass nicht die Länge der Warteschlange die Wartedauer beeinflusst, sondern die Anzahl der Wartenden. Die Länge ergibt sich daraus. Ist eigentlich klar, aber lasst mal spaßeshalber in der Zeit nach Corona im Supermarkt 2 m Abstand zum Vordermann. Es könnte sein, ihr kommt nicht mehr am selben Tag an die Kasse, weil ihr ganze Reisegruppen aus dem Abstand rausprügeln müsst. Quasi wie auf der Autobahn: Lücke = Springer. 
Vor dem Spaziergang hatte ich Zeitungsschau und samstags sind Zeitungen immer etwas dicker, wegen der Wochenend-Beilagen. Ich frage mich jedes Mal, wie das die Leser der ganz großen Zeitungen machen? Eine Süddeutsche oder Welt am Sonntag oder FAZ ist doch gar nicht an einem Wochenende zu schaffen. Eigentlich auch nicht bis zum nächsten Wochenende. Dummerweise versuche ich immer, alles zu lesen, weil ich auch alles bezahlt habe. Ossi halt. Bei unseren beiden Tageszeitungen schaffe ich das ganz gut, aber wenn wir in den Urlaub fahren, nehme ich mir gern eine von den Großen mit, um nach zwei Wochen zu lesen, was vor zwei Wochen war. Schneller schaffe ich es meistens nicht. Aber ich schwoff ab...
Heute standen wieder schöne Sachen in unserer drin, z.B. haben die Bayern dem Hansi Flick eine neuen Vertrag bis 2023 gegeben. Hallo? Habe ich gleich gegoogelt und herausgefunden, dass das ein Fußball-Verein ist und Hansi Flick der aktuelle Trainer. Ich wusste doch, dass der mir bekannt vorkommt... Fußball... Für Dynamo läuft es derzeit super, sie sind seit Wochen ungeschlagen. Angst habe ich nur davor, dass einige von den Spielern wieder spielen wollen. Lasst die mal schön zu Hause...
Eine Schlagzeile hat mir heute richtig Mut gemacht. Zeigt sie doch, welche Ausmaße die Pandemie angenommen hat, aber auch, wie der Kampf dagegen geführt wird:
"Mittel zur Desinfektion von BASF"
Das wurde Zeit, dass die dort mal ordentlich durchwischen!

Freitag, 3. April 2020

4znä

Heute vor zwei Wochen hatte ich die "Furzidee", diesen Blog zu starten und jeden Tag zu posten. Davon abgesehen, dass es mir Spaß macht, ich tatsächlich viel und guten Zuspruch erfahre, eine Menge über "absolut unverzichtbare Dinge des Social-Life" lerne und ganz nebenbei schriftstellerisch in der Übung bleibe, ist es manchmal durchaus auch Selbstkasteiung, ganz ohne Not einen Text schreiben zu müssen. Aber, es gibt meinem Home-Alltag auch einen Sinn, Rhythmus und ein bisschen brauche ich das. Nun, nach zwei Wochen möchte ich die Gelegenheit nutzen, kurz zurückzuschauen und es wird dabei heute an Humor mangeln. 
Laut Statistik zählen wir im Moment 85.000 Infizierte und über 1100 Tote in Deutschland, deren Ableben mit Corona in Verbindung gebracht wird. 
Die Zahl der Infizierten hat sich seit meinem ersten Post also vervierfacht, die Zahl der Toten liegt bei etwa dem Zwanzigfachen! 
Unabhängig davon, wie wir was zählen wollen oder müssen, ob die Opfer alt oder jung, gesund oder vorerkrankt waren, steht hinter Jedem ein Schicksal, eine Familie, eine Geschichte, eine Tragik. Neben dem Verlust an sich, steht auch die fehlende Möglichkeit der Beisetzung nach eigenen Vorstellungen, das Trauern in engem Kreise, die vielleicht fehlende Verabschiedung und für die abgebrühten Pragmatiker der fehlende Leichenschmaus. Da denkt man noch gar nicht an die Zeit davor, die letzten Stunden, die man vielleicht nicht zusammen verbrachte oder die räumlichen Umstände des Ablebens. Da ist jeder Fall anders und individuell. Warum schreibe ich das? Weil mir dieser Aspekt des Leids, welches die Pandemie verursacht, teilweise zu sehr hinten runterfällt, bei all den Zahlen, Spekulationen und Hilfsfonds, die dann doch nicht alle erreichen. Und wenn ich dabei an die teilweise selbstgefälligen "Garnichtsoschlimm-Aufklärer" denke, frage ich mich, was ein Menschenleben wert ist? Ist das Aufrechnen von Wirtschaftsdaten gegen ein paar Tote mehr oder weniger wirklich humanistisches Denken? Würden diese Experten ihre Theorien auch denen ins Gesicht sagen, die gerade familiäre Verluste erlitten haben? Ich habe auch Null Ahnung von Alldem, was hier gerade passiert. Aber wenn ich nicht hinter jeder Nachricht Verschwörung wittere, wenn ich davon ausgehe, dass diese extremen Maßnahmen tatsächlich dem Schutz von Menschen gelten und wir dadurch am Ende vielleicht einigen Menschen das Leben retten konnten... ich finde, dann ist es das in gewissem Maße wert. Das hat etwas mit Respekt zu tun!

Donnerstag, 2. April 2020

3znä

Es gibt immer mal wieder Tage, da habe ich weder eine Ahnung, Idee oder einen Plan, worüber ich schreiben könnte. Heute ist so ein Tag. Manchmal springen dann Themen über den Tag auf mich zu und das Problem ist gelöst. Manchmal auch nicht. Heute ist so ein Tag, wo aber auch gar nichts springt. Sogar mein Besuch im Lidl lässt mich ohne Begebenheit zurück. Es war völlig normal dort. Am Eingang stand ein "Door-Man", der die Wagen, und auf Wunsch auch Hände, desinfiziert. Einziger Haken daran ist, dass ich erst den Wagen aus der Garage holen muss und dieser erst danach desinfiziert wird. Da gibt es anderswo schon bessere Lösungen. Kaum war ich drin, begann hinter mir ein Gezeter von Personen der Risikogruppe, die mit Enkel einkaufen waren. Also ich hoffe mal, es waren Omi und Opi und nicht die Eltern! Jedenfalls kriegte sich das weibliche Risiko-Gruppen-Mitglied gar nicht mehr ein, weil der "Door-Man" doch Tatsache darauf verwies, dass die Kunden ohne Wagen nicht reinkommen. Jedenfalls empörte sich die Omi noch eine Weile, dass man hier nicht mehr einkaufen kommen würde und wie bekloppt manche sind. Ehrlich gesagt, war das auch mein erster Gedanke...  Ich überlegte darum, ob ich den Risikogruppen-Völlig-Ahnungslosen die Situation mit dem Corona kurz erkläre und dass sich die Maßnahme des Discounters nicht direkt gegen sie richtet und dass sie vielleicht mal lächeln könnten. Dann dachte ich mir, wenn so ein Volk zur Konkurrenz geht, ist den MitarbeiterInnen hier eigentlich am Meisten geholfen! Doof für die Konkurrenz, aber einer ist immer Zweiter. Bei meiner Frau im Laden ist letzte Woche ein männliches Risikogruppenmitglied ausgerastet, weil es kein Klopapier mehr gab. "Scheißstaat! Kriegt nicht mal die Versorgung mit Klopapier hin!", brüllte er. Leider hat man selten die guten Argumente zur Hand, wenn so ein Desorientierter loslegt. Aber an solchen Ausfällen sieht man auch, wessen Geistes Kind da am Start ist. Darum noch mal zum Verständnis: 
Der Staat macht zwar oft genug Scheiße, aber ist nicht für das Klopapier zuständig! 
Zweitens sind die Zeiten vorbei, wo der Staat sich extrem "fürsorglich" um Alles, wirklich Alles, kümmert. 
Und Drittens, wäre der Alte in dem Staat, dessen Verlust ihn noch immer zu schmerzen scheint, für solche Sprüche so lange im Knast gelandet, dass ihm der Mangel an Klopapier in den Geschäften über viele Jahre gar nicht aufgefallen wäre! 
Darauf eine Gingko-Kapsel. Gegen das Vergessen.

Mittwoch, 1. April 2020

Zwölf

Wie jeden Tag ist Corona auch heute bei uns zu Gast. Trotz Wäschewetter. Corona ist quasi immer. 
Vor allem das Netz wird vom Virus dominiert und ich informiere mich natürlich ausführlich bei diversen Nachrichten-Portalen. Wie überall, wo geschrieben wird, ist dabei die Überschrift der Aufmacher eines Artikels, wobei man vielen Blasen-Bewohnern mitteilen sollte, dass unter der Überschrift oft noch ein  Artikel versteckt ist, den zu lesen sich für Zusammenhänge und Wahrheitsfindung lohnen könnte. Aber bleiben wir bei einem Aufmacher von heute: 
"Muss der Bart geopfert werden?" 
Meine erste fachlich fundierte Reaktion war: "Hähhh?" 
Danach fing mein Kleinhirn (hab nur das) an, zu arbeiten und kam zu dem Schluss, dass sich wahrscheinlich viele Viren im Bart verstecken könnten, weshalb die Bartträger extrem gefährdet sein werden könnten müssen sollen. Erschrocken kam in mir die Frage auf, ob Menschen mit viel und vollem Haar - also nicht ich, sondern genau die Anderen - ähnlich extrem gefährdet sind? Und was ist mit hüftlangem Rückenhaar? Wie gefährlich ist Schambehaarung? Geht Corona praktisch in die Schlüpfer? Sind Baumwollbuchsen sicherer als sexy Unterwäsche mit ohne Stoff? Spricht man da auch von Tröpfchen-Infektion? Werden wir Baumwoll-Underwear bald noch bezahlen können? Wird es Mundschutz-Baumwollstoff-Mangel geben, weil der Schlüpfer-Markt mehr bringt? Laut ELLE, RTL und Sat1, die auf diesem Gebiet schon immer zu meinen bevorzugten News-Portalen gehörten, geht der Trend bei der Schambehaarung wieder zum Flaum oder sogar offenen Haar. Immer mehr prominente Damen präsentieren auch ihr Achselhaar wie die Indianer früher einen Skalp des Gegners, nämlich mit Stolz. Rennen diese Scham-Hipster-Männer und -Frauen sehenden Auges in die Infektion durch Haarwuchs? Ist das ein weltweiter Komplott der Glatzköpfe? Steckt die Regierung mit den Glattrasierten unter einer Decke und ließ darum die Frisörgeschäfte schließen? Fragen, die mich doch sehr verunsicherten... Also las ich den ganzen Artikel und stellte fest, die US-Seuchenbehörde CDC hat tatsächlich eine Grafik herausgebracht, die sich mit der Bartbehaarung und Frisur beschäftigt. Allerdings ist die Thematik  schon einige Jahre alt, hat nicht direkt mit Corona zu tun und beschäftigt sich mit dem Sitz von Schutzmasken im medizinischen Bereich. Mit Schutzmasken, die wir potentiellen Normal-Coronisten nie aufsetzen werden, weil es davon zu wenige gibt und die zu wenigen für Kliniken gebraucht werden. Es gibt zudem bisher fast keine Hinweise darauf, dass sich Viren gezielt im Bart oder Haar verstecken, sogenannte Partisanen-Viren, und dadurch zur Infektion führen könnten. Also, Rasierapparate weg, Epiliergeräte vom Strom, Kerzenwachs an der Kerze lassen, Pinzette ins Etui. Nochmal Glück gehabt! 

Dienstag, 31. März 2020

Elf

Heute ist Dienstag und ich lese gerade, dass man die Wochenmärkte wieder öffnen wollen würden möchten wird. Das ist zwar kein direktes Verdienst der Dynamo-Fans, die ein riesiges Banner geschaffen haben, auf dem steht: 
"Dresden hat es oft gezeigt, in der Not hilft nur Zusammenhalt. Die Krise werden wir überstehen. Danke an alle, die täglich alles dafür geben." 
Das Plakat der Dynamo-Fans hing erst am Terassenufer, war dort aber nicht vom Freistaat genehmigt und musste abgenommen werden. Kommentar vom zuständigen Genehmiger: "So geds dor ni!" Nun hängt es am Kulti und mein Kommentar: "Nu. Ged dor."  
Und es zeigt, wie das Banner auch schon sagt, wenn wir wollen, geht auch etwas in der Krise. Vielleicht hängt das Ding bald im Stadion? Hingehören würde es! Natürlich nur, wenn sie wieder spielen...
Gestern stand übrigens in der Zeitung: 
"Hilbert will offene Wochenmärkte". 
Ich muss immer ein bisschen schlucken, wenn Menschen nur mit dem Nachnamen genannt werden. Selbst bei der Armee wird ein Dienstgrad davor gesetzt. Das nur nebenbei. 
Das Verrückte ist aber: Heute steht drin, dass die wirklich öffnen. Stellt euch mal vor, gestern hätte drin gestanden: 
"Hilbert will Corona verbieten!". 
Das wäre ab morgen verboten! 
Stattdessen gibt es das noch und auch da ist Dresden etwas Besonderes. Normalerweise infizieren sich weltweit (!) mehr Männer als Frauen, was daran liegen soll, dass Männer häufiger einen ungesünderen Lebensstil führten, als Frauen, und darum weniger starke Immunsysteme hätten. Ich weiß ja nicht, was Männer weltweit so treiben, aber rauchen, Alkohol trinken, Grillen ohne Ende mit fetten Steaks und Würsten, hauptsache ohne Gemüse, Fußball gucken und nur bewegen, wenn nötig, scheint völlig okay zu sein! Jedenfalls fürs Immunsystem...

Montag, 30. März 2020

Zehn

Heute ist Montag nach einem denkwürdigen Sonntag. Nein, nicht denkwürdig, weil die Lindenstrasse gestern das letzte Mal kam. Ich habe es nie wirklich geschaut, nur selten verstanden und auch gestern an einer Stelle laut lachen müssen, als Mutter Beimer am Telefon zu jemandem sagte, sie (oder er) solle mit dem Zug kommen, "wegen der CO2 Bilanz". Genau, wie in unserer Familie, wenn ich den Hubschrauber nehmen will, weil ich nochmal schnell zum Bäcker muss. Da ruft meine Frau mir oft hinterher: "Nimm unsere Tochter mit auf dem Beifliegersitz. Das verbessert die CO2 Bilanz!" Apropos Tochter... Darum war der Tag denkwürdig. Wir haben einen IQ-Test aus dem Internet gemacht, um herauszufinden, wer der Schlauere in der Familie ist. Ich hatte als verkapptes Genie natürlich kein Problem, mich diesem innerfamiliären Wettbewerb zu stellen, da mir völlig klar war, wer gewinnen würde! Darum kann ich die fast zwanzig Punkte Vorsprung meiner Tochter ganz realistisch einschätzen. Immerhin bin ich fast vierzig Jahre älter als sie, was bedeutet in meinem Gehirn ist schon ganz viel Platz für Dinge vergeben, die sie gar nicht kennt. Ich nenne nur mal Staatsbürgerkunde, ESP oder Pioniernachmittage. Auch wenn ich das seit dreißig Jahren ignoriere, der Platz im Gehirn ist weg. Wenn ich mir dann noch überlege, wie viele schlechte Fußball-Spiele und noch miesere Fernsehsendungen Gedächtnis-Denk-Volumen blockieren... Das bedeutet nämlich, ich musste diesen IQ-Test mit viel weniger Platz im Kopf bestreiten und wenn man das ins richtige Verhältnis zueinander setzt, ist klar, wer gewonnen hat.  Ich! Trotzdem erzählt sie mir ständig, sie würde jetzt zu den 2,5% der Menschen gehören, die soooo schlau sind ... Und welcher Prozentsatz bei mir gestanden hätte? Das nervt! Als wenn die Göre das irgendwas anginge! Was mich aber richtig ärgert, ist, dass ich meiner Tochter nicht mal mit Stubenarrest drohen kann... sie ist ja schon ständig zu Hause! 

Sonntag, 29. März 2020

Neun

Nachdem gestern ein Gefühl von Frühling aufkam, ist heute das Wetter passend zur Pandemie. Grau, regnerisch und ziemlich kühl. Und was mein Post gestern früher fertig war, kommt er heute später. Wobei ich durch die Zeitumstellung eine Stunde weniger habe, also gar nichts dafür kann. Herrlich! Zeitumstellung... Wozu war das jetzt noch mal gut? Ich denke jedes Jahr darüber nach, was die Vorteile sein mögen, die Uhren zu verstellen. Wahrscheinlich bin ich damit nicht allein, denn immerhin wollte sogar ein gewisser Jean-Claude Juncker die Zeitumstellung in der EU weglassen. Okay, das ist schon sooo lange her, dass man sich nirgends in den Parlamentsstuben noch daran erinnert. Immerhin fast 2 Jahre! Apropos erinnern... Da wir erst seit etwa 15 Jahren hier im Luftkurort wohnen, können wir uns gar nicht daran erinnern, dass auf der Mini-Verkehrsinsel Altkleinzschachwitz mal eine Straßenlaterne stand. Jetzt steht da jedenfalls ein Kandelaber der ganz alten Schule. Sehr schick und herzlich willkommen! Ich hätte nie gedacht, dass ich mal gezielt einen Spaziergang zu einer Laterne machen würde. Wenn ich schon regional anfange, kann ich auch erwähnen, dass die Firma Werbung-Werker in der Zeitung stand, weil sie den Aufbau von Plexiglas-Scheiben an Kassen und Theken anbietet, was eigentlich nicht ihr Kerngeschäft ist. Es ist nämlich leider immer noch so, dass nicht alle Arbeitgeber ihr Personal wirksam schützen lassen. Da braucht man dann auch nicht Danke sagen, wenn man den Dank nicht ernst nimmt! Das mit der neuen Kernkompetenz ist bei dem Security-Mitarbeiter, der die Einkaufswagen vorm Lidl abwischt nicht anders. Die letzten Tage war schönes Wetter, aber jetzt wird es frisch und die Jungs und Mädels werden wohl trotzdem wieder mit Desi und Tüchern vor vielen Läden auf uns warten. Auch dafür Danke, wie all Denen, die den Alltag am Laufen halten! Ich habe vorgestern mit Freunden telefoniert, die Angehörige in Italien haben und dort sind solche Sachen wie Kurzarbeitergeld und Milliardenhilfen vom Staat nicht wirklich Tagesthema. Da bin ich auch direkt bei der Falsch-Meldung des Tages: 
"Der Wendler ist durch Corona pleite" 
Nee, mein Gudsder! Du bist pleite, weil Du nichts kannst, was man brauchen könnte. Du kannst nichts, weil dein Intellekt die Auswahl der möglichen Tätigkeiten einschränkt und dafür kann Corona gar nichts. Und komme jetzt ja nicht auf die Idee, irgendwas zu singen! Eher spende ich Dir was....

Samstag, 28. März 2020

Acht

Es ist Samstag, die Sonne scheint wie zum Hohn gnadenlos und man staunt, wie viele Männer gern spazieren gehen und wie viele davon auch noch mit der eigenen Frau und dem Kind oder den Kindern. Zwar sehen die teilweise aus, wie wochenlang Wandern, aber die werden wohl laut Anweisung nur im Wohngebiet eine kleine Runde drehen. Und wer will sich da von einem Unwetter überraschen lassen...? Auch heute sind wieder viele Lebens- und Wohngemeinschaften männlich und fahren gern Rad und wenn man der Ausstattung glaubt, nicht nur bis Zschieren. Andererseits gibt es heute keine Sportschau mit Bundesliga, kein Sportstudio mit Top-Spiel und selbst der MDR kann heute nicht Not gegen Elend live übertragen. Warum bin ich überhaupt aufgestanden? In der ARD zeigen sie uns heute 18.20 Uhr die Wiederholung des EM-Viertelfinals von 2016 gegen Italien. Mein erster Gedanke war, das wäre das Spiel gewesen, als uns ein gewisser Mario Balotelli den Allerwertesten aufgerissen hatte, aber nein, danach gewannen wir bei der EM 2016 auch mal gegen Italien. Ich will nur nicht zu viel verraten, falls es jemand noch nicht gesehen hat... Jedenfalls vergeht die Zeit wie im Flug und echte Fußball-Kenner haben mir verraten, dass der Oli Kahn seit kurzem nicht mehr im Tor steht... Als ich mich auf Grund meiner Gedächtnislücken gerade zu der EM belas, kam die Erinnerung an das Achtelfinale zurück. Da haben wir die Slowaken geschlagen und ich sah das Spiel im Leipziger Stadion, vor dem Konzert von Udo Lindenberg auf der Videowand von Udos Konzert. Beides, Spiel und Konzert, war richtig fett! Apropos fett... Als die Klopapier-Krise begann, es also zu wenig gab, weil das, was es nicht reichlich gab, auch noch in Unmengen weggeschleppt wurde, also vorletzte Woche, gab es danach kurzzeitig auch keine Geschirrspül-Bürsten. Als mir meine Frau das beiläufig erzählte, dachte ich mir ... der Deutsche ist doch ein pfiffiges Kerlchen ... wenn er kein Papier mehr hat, ... das hat auch Vorteile, denn die Bürsten-Köpfe kann man wechseln, die gibt es auch im Zweierpack und man kann sie bequem abspülen. Und sauber machen die, durch den Bürsten-Effekt, auch super. Nur auf Eines sollte man in großen Haushalten unbedingt achten: Schön beschriften und weit weg von der Spüle stellen! Falls Klopapier und Geschirrspül-Bürste vergriffen sind, habe ich noch einen ganz heißen Tipp: Die "Po-Dusche" oder wie wir Sanitär-Profis sagen, das "Bidet to go". Mein Modell-Tipp? HAPPYPO - da ist der Name noch Programm! 

Freitag, 27. März 2020

Sieben

Letzten Freitag habe ich begonnen, jeden Tag einen Post zu schreiben, das heisst, heute kommt der erste Text in Woche Zwei. Ich bin quasi ein alter Blogger-Hase! Als ich damit begann, war das die Lust, so Etwas zu probieren und sehr schnell gab es mehr als 1000 Seitenaufrufe, sprich, Versuche, den Blog zu lesen. Und es sind nicht alle von mir selbst. Vielen Dank!
Seit zwei Tagen habe ich nun auch auf Instagram einen gleichnamigen Account und poste dort Hinweise zum Blog. Allerdings gleicht das dem Versuch eines Blinden ohne Ski einen Spezial-Slalom zu fahren. Ich habe nämlich Null Ahnung davon und bin sehr dankbar, dass mir meine Nichte hilft, die so etwas gelernt hat. Also nicht direkt Instagram, aber wie man Bilder macht, Grafiken, Posts, Pics oder so erstellt und wie man die wann und wo postet. Ich finde, der Auftritt ist cool geworden, oder wie sie sagt: "Nice". Es ist toll, wie junge Menschen den älteren, schon etwas verdatterten Leuten helfen können. Zwar wußte ich schon länger, dass es so etwas wie Instagram gibt, aber wozu man das braucht? ... Weiß ich immer noch nicht! Meine Nichte meinte, dass man so Etwas hat, wenn man gesehen werden will. Okay, dachte ich, früher ging man darum raus auf die Strasse. Nun habe ich das, aber weiß nicht genau, ob ich wirklich gesehen werde. Ich vermute eher, dass ich unsichtbar bin. Ähnlich wie bei Facebook gibt es die Möglichkeit, die Bilder gut zu finden, aber wir haben im Schnitt nur zehn Likes bekommen, was jetzt nicht so sehr der Hammer ist, genauer gesagt, nicht mal ein Hämmerchen. Und die Klicks sind auch noch fast alle von uns selbst! Aber, warum werde ich im Netz derart gemobbt? Eine Möglichkeit könnte sein, das ich sch... aussehe. Allerdings findet man viele Menschen auf Insta (wir coolen Jungs sagen Insta), die noch offensichtlichere Gesichtsnachteile haben und unter dem Foto stehen dann über Hundertausend Likes. Also scheint es nicht vordergründig die optische Qualität zu sein. Innere Werte würde ich mal ausschließen. Und ein wenig stellt sich mir die Sinnfrage: 
Davon abgesehen, dass man sich gern gutaussehende Menschen anschaut, frage ich, warum man unter ein Foto einer wildfremden Person, die nicht prominent ist, keine Message hat und die in ihrem Account noch etwa hundert Bilder hat, die genauso aussehen, ein Like setzen sollte? Heisst das dann: Toll, wie Du vor Freude in die Luft springst und dabei so wunderbar lachst? Okay, dann werde ich das morgen mal probieren... Aber vielleicht lieber ohne springen? 

supported by www.vanessathiel.com 

Donnerstag, 26. März 2020

Sechs

Nachdem ich früh, nach dem Aufstehen - nie vorher, da bin ich konsequent - meine SocialMediaAccounts geprüft habe, schaue ich, noch bevor ich die Zeitungen aufschlage, in ein Nachrichtenportal rein. Nicht, dass was Schlimmes passiert ist, während ich schlief. Jedenfalls fällt mir gerade jetzt besonders auf, welche Nachrichten dominieren. Es sind die schlechten! Man könnte meinen, es gibt kaum gute Nachrichten, bzw. wir Deutschen warten auf die schlechten, um uns zu ergötzen. Jetzt werden manche sagen, da wir uns in einer Krise befinden, gibt es eben kaum gute Nachrichten. Und da beginnt der Pessimist sich vom Optimisten zu unterscheiden. Gestern wurde das größte Hilfspaket der deutschen Geschichte im Bundestag verabschiedet, mit über 150 Milliarden Euro an Hilfen, Krediten und Hilfszahlungen u.a. an Corona-Betroffene. Eine aberwitzige Summe, die manche Regierungen dieser Welt nur vom Hören kennen, bzw. die nie auf den Gedanken kämen, der eigenen Bevölkerung oder Wirtschaft damit zu helfen. Man könnte das als gute Nachricht anbieten, als kleines Licht am Ende des langen Tunnels. Nein! Jetzt kommen ganz viele Betroffene zu Wort, die fragen, reicht das für mich? Jeden Tag melden sich neue Wirtschaftsexperten, manchmal sogar Weise, Manager, gescheiterte Politiker oder nur Gescheiterte, mit den düstersten Aussichten, wie es nach der Corona-Krise hier aussehen könnte. Sehr verblüffend ist dabei die sauber erarbeitete Erkenntnis, dass dieser aktuelle Zustand die Wirtschaft extrem belaste und man sich diesen nicht sehr lange wird leisten können. Respekt! Da wäre ich als Volldepp niemals draufgekommen. Ich dachte, wir machen gerade fette Kohle mit Steuerausfällen und fehlendem Bruttosozialprodukt. Sehr hilfreich sind auch Spekulationen, welche Branchen wahrscheinlich komplett kaputtgehen werden. Wie viele Arbeitslose wir erwarten, ist auch immer spannend. Und ganz wichtig: Einzelfälle mit Betroffenheitsfaktor. 
Ich staune, dass es noch keine Ranking-Show im Fernsehen gibt, wo man tippen kann, wer zuerst komplett pleite ist. Hätte man auf VAPIANO gesetzt, hätte es kaum was gegeben, aber MAREDO auf Platz Zwei war eine Überraschung. Es gibt natürlich viele Unzulänglichkeiten an den Entscheidungen der Verantwortlichen zu bemängeln, zu kritisierten und im Nachhinein vielleicht sogar zu verurteilen. Auch tragische Härtefälle sind dabei und wird es wohl immer geben. Aber vielleicht machen die Entscheider das auch zum ersten Mal, sind quasi Pandemie-Neulinge? 
Ich stelle mir gerade vor, wie Dynamo-Trainer Markus Kaucinski sein Team, die immer noch Letzter sind, später motivieren könnte:
"Ihr seid Letzter und ehrlich gesagt, wird das so bleiben. Die meisten von euch werden wir sowieso entlassen und so, wie ihr spielt, wird euch auch kein anderer Verein wollen. Übrigens tippen 95 Prozent der Liga-Trainer auf euren Abstieg, was mir aber egal ist, da ich in die Premier-League wechsle. Der Born meinte gestern, mit euren Gehältern wird sich ab morgen einiges ändern... Ach so, ich denke, wenn ihr heute nicht zweistellig gewinnt, werden ein paar Jungs aus der Szene dann mal in der Kabine vorbeischauen... Wenn nicht schon alle zur Halbzeit zu Hause sind... bei euch zu Hause...  Viel Erfolg, ihr Luschen!"
Psychologischer Schwachsinn? Demotivierend? Klar! Aber warum machen es wir dann genau so in der Krise?

Mittwoch, 25. März 2020

Fünf

Schon wieder Wäschewetter! Morgen auch und Freitag wird es noch viel schöner... laut Wetter-App. Ich habe aber nichts mehr zu waschen! Es sei denn, ich wasche ab jetzt einzelne Wäschestücke, was das Aufhängen zeitlich extrem beschleunigen würde. Das Abnehmen auch. Das ist wie mit dem Sprit... Jetzt,wo ich keinen brauche, ist der billig. Totaler Mist! Apropos Mist... Seit Wochen war für heute der Rauchmelder-Check in unseren Wohnungen im Haus angekündigt, was prinzipiell  wichtig ist und gemacht werden muss. Nachdem seit Samstag in Dresden aber jeder dritte Spaziergänger oder Fremde innerhalb einer Bannmeile von 1,50 Meter erschossen werden darf oder wenigstens verhaftet werden muss, dachte ich ernsthaft, die Firma schickt ihre Außendienstleute nun nicht mehr relativ grundlos in eine größere Anzahl von Wohnungen. Davon abgesehen, dass ich als Kunde vor jedem relativ unnötigen Fremdkontakt geschützt werden möchte, steht für mich auch die Frage, ob man als Firma sein eigenes Personal vor Kontakten schützen sollte, die man gar nicht einschätzen kann. Nachdem bis vorgestern keine Absage der Firma erfolgte und meine Nachbarin überrascht war, wie überrascht der Checker war, als sie ihn telefonisch mit der Situation konfrontierte, rief ich auch noch mal an, mit dem Hinweis, dass ich nicht gedenke, ihn einzulassen und er eigentlich nicht kommen muss. Zwar zeigte er Verständnis für meine Argumente, aber sein Ton verriet mir, dass er mich entweder schon für infiziert hielt oder wenigstens als extrem unentspannten Typen einstufte. Jedenfalls entlockte ich ihm, dass es mich nichts kosten würde, wenn er den Check später macht.  Und was soll ich sagen, vorhin war er da, im Haus und drehte seine Rauchmelder-Runde. Er klopfte auch bei uns und ich wies ihn ab, mit dem Hinweis, dass ich gerade keine Dritten in unsere Wohnung lasse, von denen ich nicht weiß, wo sie vorher schon waren, wen sie privat treffen, wer die Eltern sind und wo sie aufwuchsen... Das alles passierte in freundlichem Ton, war auch seinerseits kein Problem, aber ich frage mich ernsthaft, was das soll? Ich kann auch immer weniger mit diesem Unverständnis anfangen, wenn man was sagt und dann kommen so Argumente wie "Wer schützt mich denn auf Arbeit?", "Kennst Du jemanden persönlich?" (was ich übrigens seit vorgestern mit JA beantworten muss!) oder "Findest Du das nicht auch langsam albern?". Mir kommt das dann so vor, wie meine Diskussionen mit unserer Tochter, wenn man sie vor etwas warnt, was dann nicht eintritt und sie das als Beweis nimmt, dass es keine Gefahr gab. Dafür ist sie aber auch Kind und wir passen auf. Auch, wenn sie es nicht immer versteht!

Dienstag, 24. März 2020

Vier

Heute war wieder so ein Tag mit blauem Himmel, Sonne satt und leichter Brise. Oder, wie wir Hausmänner sagen: Wäschewetter!  Sogar der DAX traute sich raus und kletterte auf fast 9600 Punkte, ein Plus von fast 10 Prozent zum Vortag. Vielleicht hilft das den armen Mineralölkonzernen auch etwas, denn die werden wohl bald unter den Schutzschirm der Regierung schlüpfen müssen. Warum? Gestern kam meine Frau nach Hause und fragte: 
"Weißt Du, was der Sprit kostet?"
Ich sagte: "Nein, woher auch? Ich bin ja behördlich zu Hause. Was kostet er denn?" -  "1, 14 Euro!" - "Boah! Schei...!", rief ich.
Das ist doch Mist! Mein Tank ist voll. Eigentlich müsste ich bei dem Preis mal ganz weit wegfahren, um dann wieder vollzutanken. Was ich da hätte an Geld sparen können! Und das Ganze auch noch auf leeren Straßen. Da hätte ich den Fiesta mal richtig ausfahren können... Aber nein, ich soll ja zu Hause bleiben. 
Das sind quasi meine Olympischen Spiele. Meine Herren, erst die Fußball-EM und nun auch noch Olympia um ein Jahr verschoben. Unabhängig von der Frage, ob das richtig oder falsch ist, muss man sich ganz kurz vorstellen was das für einzelne Sportler heißt, die vielleicht im Zenit ihrer Karriere stehen, die vielleicht die letzte Saison machen wollten, die vielleicht gerade der Shooting-Star sind, ganz davon abgesehen, dass sich fast alle Sportler schon lange und gezielt auf diesen Höhepunkt vorbereiten. Da geht es um Leistungskurven, Wettkampfplanung, Belastungssteuerung... Und vielleicht waren das die einzigen Spiele, zu denen man es geschafft hätte... Nächstes Jahr kann und wird alles ganz anders sein. Ein Jahr ist viel Zeit im Leistungssport! Na ja... Die Fußball-Bundesliga will auch erst im Mai frühestens wieder starten. Allerdings möchte ich darauf hinweisen, dass die DFL das nicht allein entscheiden sollte. Ich finde, es gibt da klare Abhängigkeiten von den Entscheidungen seitens der Länder inwieweit die  Ladenöffnungsregeln gelockert werden. Ganz speziell denke ich da an Frisörgeschäfte. Ich kann und möchte mir nicht vorstellen, wie die Fußballer auf dem Kopf aussehen, wenn die Bundesliga wieder spielen soll, die Frisöre aber noch geschlossen sind. Glaubt ihr ernsthaft, ich schaue mir 22 Paul Breitner-Gedächtnis-Frisuren an? Meine Forderung an die DFL: Erst wenn der letzte Spieler beim Frisör war, darf angepfiffen werden! Denn selbst bei den Dynamo-Spielern, die bisher auf dem Platz erwiesene Grütze abgeliefert haben, waren die Haare immer schön! 


Montag, 23. März 2020

Drei

Seit heute gelten im ganzen Land die verschärften Ausgangsregeln, die wir in Dresden bereits hatten. Seit gestern ist auch die Bundeskanzlerin in häuslicher Quarantäne, weil ein Arzt, mit dem sie Kontakt hatte, infiziert ist oder mit Infizierten Kontakt hatte. So mancher Pandemie-Verschwörungstheoretiker wird abfällig darauf hinweisen, dass den Verantwortlichen nichts zu blöde ist und die Kanzlerin wieder maßlos übertreibt beim "so tun als ob". Wenn es ein gutmeinender Verschwörungsprofi ist, bekommt sie ein Lob für ihr Schauspiel. Mir Nicht-Verschwörer ist hingegen etwas mulmig, festzustellen, dass das Virus bei der Auswahl der Infizierten scheinbar wirklich keine Unterschiede macht. Zumal meine Frau nach wie vor arbeiten geht - im Handel, wo die Kunden sicher nicht mit Absicht, aber doch extrem mit der Gesundheit des Personals spielen. Seit der Schließung der Schulen und Kitas kommen die Mütter z. B. nicht mehr allein, sondern mit ihren Kindern. Das ist kein Vorwurf! Aber eine Tatsache. Und während das liebe kleine Bubbillie nicht den Wasserspender anfassen soll, wegen der Bakterien, die ANDERE drangemacht haben, bleibt man locker, wenn Bubbillie an den Regalen mit den Produkten spielt, das Rotzilie im Kassenbereich breitschmiert oder den Einkaufswagen aufzuessen scheint. Wenn die Mitarbeiterin dann darauf hinweist, kann es schon mal sein, dass die Kundin leicht erregt mit dem Besuch bei der Konkurrenz droht. Okay, jetzt könnte man der Kundin den Weg zeigen, damit sie wirklich hingeht... Dummerweise haben die bei der Konkurrenz aber auch ein Recht auf Leben. Übrigens haben die MitarbeiterInnen, egal wo, auch alle eine Familie, Angehörige, Kinder. Meine Frau meinte ernsthaft, sie sei in unserer Familie das Risiko. Was soll man da sagen, als Mann? Andererseits habe ich ihr versichert, dass ich sie nicht geheiratet habe, weil sie an Klopapier rankommt! Ich bin auch fassungslos, wenn ich höre, dass im Laden immer noch rege an Displays rumgetippt wird, weil man ja die Fotos dringend braucht. Das wäre nicht ganz so schlimm, wenn die das mit Handschuhen machen würden. Manche probieren immer noch akribisch die Beauty-Tester! Jetzt könnte man sagen, das Unternehmen muss rigoros so etwas unterbinden...Ja! Das sollten sie...! Aber vielleicht könnte der mündige Bürger auch gelegentlich seinen Denkapparat benutzen? Stichwort: Respekt! Oder ist Dummheit von Meinungsfreiheit gedeckt? Und da bin ich direkt beim Flori. Als ich heute früh meine Zeitung aus dem Briefkasten holte, war mein erster Gedanke "Danke an den Zusteller!", dass er noch zustellt. Und dann las ich die Schlagzeile "Florian Silbereisen verschenkt Glücksunterhose". Er hat am Samstag bei DSDS einem Kandidaten, den ich mir nicht merke, weil er eh bald in der Versenkung... äh, Bedeutungslosigkeit, verschwunden sein wird, eine rote Unterhose geschenkt, mit dem Hinweis, es sei ein Ritual, vor großen Auftritten, so ein Ding anzuziehen. Der hat dem einen roten Schlüpper geschenkt? Mit dem Hinweis "sie ist natürlich gewaschen". Heißt das, manchmal sind sie nicht gewaschen, die er verschenkt? Ich habe mich schon immer gefragt, wer diese Automaten in Japan beliefert... Auch verstehe ich Helene jetzt besser, als zuvor. Andererseits, wenn man jungen Talenten eine Freude machen kann... Also, vor meinen Auftritten ziehe ich mir auch Schlüpper an. Wer Interesse hat... Gern - meldet euch! Bitte schreibt dazu, ob die gewaschen sein müssen. Danke im Voraus! 

Sonntag, 22. März 2020

Zwei

Es ist Sonntag, die Sonne scheint, kurzum, ein schöner Tag. Das sind die skurrilen Momente, wenn man aus dem Fenster schaut und an Pandemie oder Tod denkt. Das ist so unwirklich, denn man hat die Schrecken dieser Welt meist in Schwarz-Weiss oder verwackelt oder unscharf vor sich. Von herrlich bunten Bäumen, wunderschönen Blüten, einem Himmel wie gemalt und in der Sonne spazierenden Menschen ist bei Katastrophen-Nachrichten fast nie die Rede. Das Verlockende scheint auch das Problem an dieser Gefahr zu sein - es ist so surreal. 
Wir waren vorhin auch draußen beim Abstandsspaziergang und ertappten uns beim Einordnen der anderen Abständler, die wir sahen. Gehören die zusammen? Viele gehörten natürlich scheinbar zusammen als Familie. Also als Familie die für Viele die normale Familie ist: Vati, Mutti, Kind oder Kinder. Familienangehörige oder Wohnpartner dürfen natürlich auch zusammen joggen, wobei mich das Gefühl beschlich, Joggerfamilien wohnen überwiegend homosexuell als Laufpärchen zusammen. Oder es gab Verstöße gegen die Beschränkungen. Auch frage ich mich, ob Radfahrer aus Dresden, die auf dem Weg zu Olympia in Tokio oder der Tour de France auf dem Elbradweg trainieren, den jeweiligen Bestimmungen des Ortes unterliegen, durch den sie gerade fahren. Darf man überhaupt seine Stadt verlassen, zum Zwecke der Bewegung? Was man ab jetzt darf, muss ich auch erstmal lesen, da die Ministerpräsis der Länder  gerade ihre Telefonkonferenz mit der Kanzlerin beendet haben, wohl mit dem Ergebnis weiterer Beschränkungen. 
Dazu gehört mit Sicherheit das Ablecken von Türgriffen oder Haltestangen, besonders in öffentlichen Verkehrsmitteln! Jedenfalls wissen wir von klaren Hinweisen an die Behördenmitarbeiter in Berlin-Neukölln. Oder anders formuliert, wenn wir nach der Krise im Großraum Berlin Menschen sehen, die exzessiv alles Abschlabbern, was Menschen in der Hand hatten, dann sind das die Leute vom Bezirksamt Neukölln, die endlich wieder dürfen... Mahlzeit!

Samstag, 21. März 2020

Eins

Der erste Text nach dem Anfang heißt "Eins" und es wäre sicher ein kniffliges Gewinnspiel, zu fragen, wie der zweite Text heißen könnte. 
A: Zwei, oder 
B: 20.000. 
A ist natürlich richtig, aber B wäre wahr. Bis gestern Abend gab es in Deutschland über 20.000 bestätigte Infektionen. Und in Dresden gibt es seit 0 Uhr eine verschärfte Ausgangsbeschränkung. So gesehen könnte mein Titel "Eins" sogar programmatisch gemeint sein. Tag Eins mit Ausgangsbeschränkung. Ist er aber nicht, es ist simple Faulheit! Ich bin zu faul, jeden Tag nach einer Überschrift suchen zu müssen und es macht das Zählen der Tage leichter, denn ich befürchte, die Finger an meinen beiden Händen werden nicht ausreichen. Beim Zählen.
Ich finde die strenge Maßnahme der Stadt übrigens richtig und bin heilfroh, dass der Stadtrat nicht über so etwas entscheiden muss. Die Einen hätten gefordert, dass man die Ausgehbeschränkung nicht auf Radwege und Fußgängerampeln mit Grünem Pfeil für rechtsabbiegende Fußgänger anwenden dürfe. Worauf die andere Interessengruppe geschimpft hätte, dass das wieder einmal der Versuch der LinksGrünen sei, die von Gott eingerichteten Rechte von Autofahrern zu beschneiden. Dann hätte es wahrscheinlich ein paar Sitzungen mit einer Menge Ausschuss gegeben, einige Abgeordnete hätten ein paar Rücktritte gefordert, wobei der Oberbürgermeister immer das Privileg des Erstgenannten hat, und viele Wochen nach der überstandenen Katastrophe hätte man das Thema auf einen Zeitpunkt nach den nächsten Wahlen verlegt, weil sich bis dahin die Mehrheiten verändert haben könnten. 
Übrigens habe ich gestern ein Interview mit einem Ärztekammerchef in Deutschland gelesen, der erläuterte, warum eine Ausgangssperre für ihn keine Lösung sei. Er meinte, das wäre neben vielen anderen Problemen, eine psychische Überforderung der Menschen, sprich, zu Hause würden Viele auf Grund der Zustände dann bekloppt. Naja, erstens wäre das nicht ganz so ansteckend, wie Corona. Jedenfalls denkt man, dass das nicht durch Tröpfcheninfektion möglich ist, wie eben bei Corona. Und zweitens bin ich mir nicht sicher, ob nicht schon so viele bekloppt sind, dass die paar mehr kaum noch eine Rolle spielen können. Oder wie soll man die Szenen in deutschen Märkten beschreiben, die sich teilweise abspielen? Gestern im RTL-Nachtjournal, wurde ein Psychologe gefragt, wie er sich den Hype um das Klopapier erklärt. Er meinte, wir Deutschen hätten generell eine stärkere Beziehung zu dem was hinten raus kommt, als zu dem, was wir vorn reintun. Da dachte ich spontan: Gebt ihm Klopapier, er labert Sch... !

Freitag, 20. März 2020

Anfang

Das ist ein Ding! Ich schreibe einen Blog. Sagt man überhaupt "Ich schreibe einen Blog"? Oder sagt man "Ich bin Blogger"? Keine Ahnung! Und nicht nur davon nicht. 
Wie macht man das? Okay, Schreiben habe ich in der Schule gelernt. Aber die Worte müssen ja auch ins Netz kommen, auf meinen Blog. Oder "in meinen Blog"? Und wo steht der dann? Freunde, ich habe jetzt das Alter, wo man zu denen gehört, die ihren Kindern diese Fragen stellen, um dann Antworten zu bekommen, die im Wesentlichen klarmachen, dass man ganz schön hinterher ist. Und das kurz nach dem ich mich für modern hielt, weil ich die meisten sozialen und digitalen Dinge allein meistere. Gemeistert habe. Klasse! 
Warum aber beginne ich so etwas eigentlich? 
Weil wir seit ein paar Wochen auf eine Sch...katastrophe zusteuern, von der wir noch gar nicht ahnen, was noch auf uns zukommt. Das meine ich gar nicht apokalyptisch oder reißerisch, eher respektvoll ängstlich. Und ich glaube, es wird in vielen Jahren Menschen geben, die können sich gar nicht vorstellen, wie das jetzt, heute, morgen und noch eine längere Zeit, war. Ehrlich gesagt, ich hoffe, sie können es sich nicht vorstellen, weil sie es selbst nicht erleben mussten. Genau wie wir, also meine Generation "Frieden", die noch gar kein echtes, existenzielles Leid erfahren musste, im Sinne von Krieg, Hunger oder Seuchen. Vielleicht verhalten sich darum so Viele so unbedarft. Es kursiert das Corona-Virus, soeben las ich vom ersten Opfer in Sachsen und in einigen Städten, sogar Bundesländern gibt es ab morgen eingeschränkte Bewegungsfreiheit. Und ehrlich gesagt ist das eine Maßnahme, die nur so drastisch sein muss, weil es nicht Alle verstanden haben - Abstand zu halten! Das ist wie bei Kindern, die man nur bestraft oder maßregelt, weil sie es sonst nicht verstehen würden. Warum das bei vielen Erwachsenen auch so ist? Das ist eine der Fragen, mit der sich die Wissenschaft schon länger beschäftigt und immer öfter kommt man zu der Erkenntnis, dass es so etwas wie Wohlstandsdummheit zu geben scheint.